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Peri druckt erstes Wohnhaus Deutschlands

Erstes 3D-gedrucktes Wohnhaus Deutschlands entsteht in Westfalen.

Bild von der Baustelle des ersten 3D-gedruckten Wohnhaus Deutschlands.
Quelle: Peri

Die Peri GmbH druckt im nordrhein-westfälischen Beckum das erste Wohnhaus Deutschlands. Das zweigeschossige Einfamilienhaus mit ca. 80 qm Wohnfläche pro Geschoss entsteht nicht in herkömmlicher Bauweise, sondern wird von einem 3D-Betondrucker gedruckt. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert das 3D-Betondruck Projekt in Beckum im Rahmen seines Förderprogrammes "Innovatives Bauen". Geplant wurde das Gebäude von MENSE-KORTE ingenieure+architekten, Bauherr ist die Hous3Druck GmbH.

"Das Betondruckverfahren bietet uns Planern ein hohes Maß an Designfreiheit in der Gestaltung von Gebäuden, die in herkömmlicher Bauweise nur mit hohem finanziellem Aufwand umsetzbar wären" so Architekt Waldemar Korte, Gesellschafter des Büros MENSE-KORTE ingenieure+architekten aus Beckum. "Mit unserem gedruckten Wohnhaus in Beckum zeigen wir die Potentiale des Betondruckverfahrens auf. Für unser Team ist es ein großes Privileg, das erste 3D-gedruckte Gebäude in Deutschland zu realisieren. Wir glauben an die Zukunftsfähigkeit der Betondrucktechnologie für den Bausektor und haben bereits weitere 3D-Druck-Projekte im Fokus."

Drucktechnik und Material

Peri setzt zum Druck 3D-Drucker vom Typ "BOD2" ein. Diese Drucktechnologie stammt vom dänischen Hersteller COBOD, an dem Peri bereits seit 2018 beteiligt ist. "Der in Beckum verwendete Drucker vom Typ 'BOD2' ist ein Portaldrucker, d.h. der Druckkopf bewegt sich über drei Achsen auf einem fest installierten Metallrahmen", so Fabian Meyer-Brötz, Leiter 3D Construction Printing bei Peri. "Der Vorteil: Der Drucker kann sich in seinem Rahmen an jede Position innerhalb der Konstruktion bewegen und muss nur einmal kalibriert werden."

Das zum Druck eingesetzte Material "i.tech 3D" wurde von HeidelbergCement speziell für den 3D-Druck entwickelt. Seine Eigenschaften sind angepasst auf die besonderen Anforderungen des 3D-Drucks mit Beton, und harmoniert gut mit dem "BOD2". So wird ein reibungsloser Baufortschritt gewährleistet.

"HeidelbergCement hat als leistungsstarker und innovativer Partner dazu beigetragen, dass alle offenen Fragen zur Bauweise und zum Druckbaustoff schnell und problemlos geklärt werden konnten", so Fabian Meyer-Brötz, Leiter 3D Construction Printing bei Peri.

Die Konstruktion des Hauses besteht aus dreischaligen Wänden, die mit Isoliermasse verfüllt werden. Während des Druckvorganges berücksichtigt der Drucker bereits die später zu verlegenden Leitungen und Anschlüsse für Wasser, Strom etc. Der "BOD2" ist so zertifiziert, dass auch während des Druckvorgangs im Druckraum gearbeitet werden kann. Manuelle Arbeiten, wie z. B. das Verlegen von Leerrohren und Anschlüssen, können auf diese Weise einfach in den Druckprozess integriert werden.

Bild vom Druckvorgang im Inneren des ersten 3D-gedruckten Wohnhaus in Deutschland.
Quelle: Peri

Bedient wird der Drucker von lediglich zwei Personen. Der Druckkopf und die Druckergebnisse werden per Kamera überwacht. Mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s ist der "BOD2" aktuell der schnellste 3D-Betondrucker auf dem Markt: Für 1 m² doppelschalige Wand benötigt der BOD2 rund 5 Minuten.

Sonntag, 06.12.2020

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